Skifahren kann Kinder sehr glücklich machen, betont BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Gespräch über Schulfahrten ins Skilager mit der FAZ. „Kinder sind so glücklich beim Abschlussrennen“, schildert Fleischmann. Egal welcher Platz es geworden ist, man blicke in strahlende Gesichter.
So wertvoll es ist, wenn Kinder und Jugendliche gemeinsam draußen Spaß haben, im besten Fall also soziales Lernen und ganzheitliche Bildung gelingen, so problematisch ist allerdings die Entwicklung in den Skigebieten, wie zahlreiche Medien berichten.
Höher und weiter ist nicht die Lösung
Denn in vielerorts fehlt der Schnee und diese Entwicklung schreitet voran. Wird deswegen beschneit, ist das in punkto Nachhaltigkeit problematisch. Die BLLV-Präsidentin berichtet, dass deswegen ohnehin viele Eltern das Skifahren generell kritisch sehen. Auch Skistar Felix Neureuther plädiert für nachhaltigeren Liftbetrieb: „Höher-Schneller-Weiter hat keine Zukunft“, mahnt er.
Die Alternative, für Skilagerfahrten auf höher gelegene Gebiete auszuweichen, würde wiederum die ohnehin bestehende Bildungsungerechtigkeit weiter verschärfen: “Wir können mit den Kindern unmöglich auf die Gletscher fahren und noch mehr Geld ausgeben“, stellt Simone Fleischmann klar und betont: “Wir dürfen kein Kind benachteiligen, weil sich die Eltern das nicht leisten können!“
Offene Diskussion in der Klasse bedeutet Demokratielernen
Die Entscheidung liegt richtigerweise bei den Schulen selbst und da gibt es je nach Lage große Unterschiede: “Eine Schule am Tegernsee ist, was Skifahren angeht, ganz anders aufgestellt als eine Schule zum Beispiel in Würzburg“, so die BLLV-Präsidentin.
Insofern kann auch innerhalb einer Klasse eine offene Diskussion darüber, wohin die Klassenfahrt aus welchen Gründen gehen soll, viel zum Demokratielernen beitragen, sagt Simone Fleischmann: „Wir müssen in der Schule Mitbestimmung und Partizipation leben. Wir entscheiden zusammen: Fahren wir ins Schullandheim oder zum Skifahren oder fahren wir nirgends hin und erkunden München? Wenn wir Entscheidungen in die Hände der Kinder legen, dann sprechen sie alles an, so wie es im Bayerischen Landtag auch gemacht wird. Das ist gelebte Demokratiepädagogik!“
Soziales Miteinander abseits der großen Krisen
Das Kultusministerium hat indes noch den Impuls gesetzt, dass doch bei Schulfahrten bitte auch auf die Schwimmfähigkeit von Schülerinnen und Schülern geachtet werden solle. Denn die hat zuletzt in erschreckendem Maß abgenommen. Auch wenn laut Simone Fleischmann viele Landschulheime inzwischen gute Alternativen für den Sommer bieten, bleibt aber ein Problem: Es gibt schon für den Schulalltag zu wenig Lehrkräfte, Schulfahrten zu begleiten wird also erst Recht immer schwieriger. „Wir haben große kritische Baustellen“, gibt BLLV-Präsidentin Fleischmann daher zu bedenken.
Dabei wären solche Erlebnisse es gerade jetzt für die Schülerinnen und Schüler eminent wichtig, betont Simone Fleischmann. Die wichtigsten Ziele seien „das soziale Miteinander jenseits von Leistungsdruck und krisenhaften Situationen in der Welt“.
>> FAZ online: „Schmelzender Pistenspaß: Bald Schwimmlager statt Skilager?“
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Schneemangel und hohe Kosten
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Debatte um Skilager: „Wir dürfen kein Kind benachteiligen“
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