Dagegen, dass Lehrerinnen und Lehrer die Tests in Schulen durchführen müssen, haben viele remonstriert. Darauf hat das Kultusministerium reagiert: Jetzt gibt es eine Testpflicht in Bayern. Die Forderung des BLLV gilt weiterhin: Tests von den Eltern zuhause oder in der Schule von externem Fachpersonal. Alle Schülerinnen und Schüler, alle Lehrerverbände und alle Eltern sind hier einer Meinung.
Der BLLV sieht Testen als einen wichtigen Baustein in der Corona-Bekämpfung, einen anderen aber noch als viel zentraler. „Impfen, Impfen, Impfen“, nicht nur „Testen, Testen, Testen“, so positioniert sich BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.
Oftmals nur weniger als die Hälfte der Eltern damit einverstanden, dass ihre Kinder in der Schule getestet werden
„Wenn die Testpflicht dazu führt, dass alle Schülerinnen und Schüler getestet werden, dann gerne! Nur das bezweifeln wir als BLLV“, so Fleischmann. Vor den Osterferien waren oftmals nur weniger als die Hälfte der Eltern damit einverstanden, dass ihre Kinder in der Schule getestet werden. "Kinder, die nicht mal eine Schleife binden können, sollen sich ab Montag selbst testen", moniert BLLV-Vizepräsident Tomi Neckov, 2. BLLV-Vizepräsident, in der Mainpost. (Plus-Artikel)
Deshalb zweifelt der BLLV an, dass dieses Testkonzept wirklich sicher ist. Was machen wir eigentlich, wenn Eltern ihr Kind nicht testen lassen wollen? Wie gehen wir mit dem Datenschutz bei den Testungen in der Schule? Optimale hygienische Bedingungen sind nicht gegeben! Wohlfahrtsverbände wie BRK oder DRK empfehlen Schutzkleidung!
Selbsttests in der Schule pädagogisch äußerst fragwürdig
Vor allem aus pädagogischen und psychologischen Gründen, kann der BLLV die Selbsttestungen in der Schule nicht vertreten. Denn was passiert, wenn ein Kind positiv getestet wird? Das Kind dann zu isolieren und nachhause schicken zu müssen, ist für alle Beteiligten, vor allem aber für das betroffene Kind, äußerst schwierig.
Piazolos Alternativvorschlag, dass Schüler auch einen aktuellen negativen Test mitbringen können, die Eltern mit ihrem Kind in der Apotheke oder einem Testzentrum durchführen lassen, um nicht in der Schule getestet zu werden, hält Fleischmann für wesentlich besser.
"Wir wollen und können Schule. Wir wissen um den hohen Wert von Bildung. Aber nur unter höchsten Gesundheitsschutzbedingungen.“
Der BLLV als Experte der Praxis ist kein Spielverderber. Er sucht nicht das Haar in der Suppe. Er stellt die richtigen Fragen. Er lässt sich von der Staatsregierung nicht als destruktiv bezeichnen, wenn er kritische Fragen stellt und alternative Lösungen vorschlägt. „Wir sind ein Berufsverband für Lehrerinnen und Lehrer und die Experten in der Praxis. Es ist doch unsere Aufgabe, Fürsorgepflicht des Dienstherrn einzufordern und kritische Fragen ob der Umsetzbarkeit zu stellen. Wir wollen und können Schule. Wir wissen um den hohen Wert von Bildung. Aber nur unter höchsten Gesundheitsschutzbedingungen.“
Die Forderung maximal viele Impfangebote zu machen, wie es im BLLV-Brandbrief formuliert wurde, ist deshalb für Fleischmann aktueller denn je. Deshalb bekräftigte sie im Münchner Merkur (8.4.21) noch einmal: „Wenn nicht absolut sicher getestet werden kann und die Impfangebote nicht da sind, dann müssen die Schulen zu bleiben. Dann machen wir weiter im Distanzunterricht.“
In Hotspot-Gebieten muss Impfreihenfolge zugunsten von Lehrkräften geändert werden
Wenn in Hotspot-Gebieten wie etwa in Hof von Lehrkräften weiterhin Präsenzunterricht verlangt wird, dann muss priorisiert geimpft werden. Diese flexible Impfstrategie sprach auch Ministerpräsident Söder am 7. April 2021 an.
VBE und DBB an der Seite des BLLV
Auch der Beamtenbund dbb drängt am Donnerstag, den 8. April 2021 auf klare Entscheidungen. „Wenn die Schulen in der dritten Welle geöffnet sein sollen, müssen die Lehrkräfte auch geimpft und die Schülerinnen und Schüler getestet werden“, so der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach. Wer sich nicht testen lasse, dürfe nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, sagte Silberbach weiter. Vor dem heutigen Treffen der Kultusminister, wo besprochen wird, wie Schule nach den Osterferien weitergehen soll, bezieht der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Udo Beckmann Stellung: „Solange nicht alle Lehrkräfte geimpft sind, darf Unterricht in der Schule ab einer Inzidenz von 50 nur im Wechselbetrieb stattfinden.“ Ein inzidenzunabhängiges Offenhalten von Schulen, wie in Sachsen geplant, nannte er „unverantwortlich“.
Jetzt: Druck rausnehmen!
Jetzt ist es endlich an der Zeit ein Entstressen der Lern- und Leistungskultur nicht nur zu fordern, sondern auch umzusetzen. Insbesondere beim Übertritt setzt sich der BLLV dafür ein, dass Eltern nach Beratung durch die Lehrkräfte über den Übertritt in der vierten Klasse entscheiden könnten. Außerdem sollen ein freiwilliges Förderjahr angeboten werden.
Was der BLLV in den Medien zur Testpflicht sagt:
Donaukurier: "Lehrerverband: Testpflicht an Schulen ist für Kinder "angstmachend""
Augsburger Allgemeine: Generelle Corona-Testpflicht: So geht es an den bayerischen Schulen weiter
BR.de: "jetzt red i" - Wie geht’s an Bayerns Schulen weiter?